Nordische Mythen Wiki
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Name: Hávamál
Übersetzung: Des Hohen Lied(er)
Weitere Namen: Die Sprüche des Hohen
Edda: Lieder-Edda
Kapitel: Götterlieder
Übersetzung von: Genzmer
Vorgänger: Völuspa
Nachfolger: Wafthrudnismal


Die Hávamál (Háv), des Hohen Lied oder die Sprüche des Hohen, heißt eine Sammlung von insgesamt 164 eddischen Strophen, die zu der Lieder-Edda gerechnet werden. Sie gehört zur Weisheitsliteratur. Das Gedicht ist ausschließlich im Codex regius aus dem 13. Jahrhundert überliefert. Es ist dort als zweiter Text direkt hinter der Völuspá unter dem Titel „hava mal“ aufgenommen, was auf die hohe Bedeutung hinweist, die der Verfasser des Codex regius dem Gedicht beimaß.

Vorwort von Genzmer[]

Sätze, die eine allgemeine Erfahrung, eine Lebensregel aussprechen, streben nach gebundener Form: die vielen Sprichwörter, die teils in Versform, teils in rhytmisch gefestigte Rede gefasst sind, sind ein Beispiel hierfür. Wie weit der germanische Süden über die zweifellos sehr alte Dichtung kleinstens Maßes hinausgeschritten ist, wissen wir nicht: von dem reichen Hort altdeutscher Stabreimdichtung sind uns ja nur spärliche Trümmer überliefert. Der germanische Norden hat uns aber verschiedene Gedichte bewahrt, die Gruppen solcher dichterisch geformten Lebensregeln zusammenfassen. Drei davon, das alte Sittengedicht, die "Lehren an Loddfafnir" und das sogenannte "Dritte Sittengedicht", gehören zur Eddadichtung; ein viertes, das junge Sprichwörterlied, das neben Lebensregeln auch kurze Sätze aus der Götter- und Heldensage enthält und dichterisch nicht gerade hoch steht, zählt zur skaldischen Sippe und ist daher hier nicht aufgenommen. Das alte Sittengedicht ist ein Glanzstück der Eddadichtung. Es ist norwegische, nicht isländische Landschaft, die in der Föhre auf dem Hügel, den hölzernen Dachschindeln und dem für den Winter gesammelten Brennholz vor uns auftaucht. Aus einer uralten, durch lange Überlieferung gefestigten Bauerngesittung, die von Hofdienst und Wikingsfahrt noch nichts weiß, ist hier eine geschlossene Lebensauffassung erwachsen, die sich in kühler Sicherheit ganz auf das Diesseits richtet: Gastfreiheit und erfahrene Klugheit, Besitz und Ansehen, Wehrhaftigkeit und Voraussicht, Freundschaft und Nachkommenschaft werden gewertet, nicht minder auch das Leben selbst; aber das höchste Gut bleibt doch der Nachruhm: hier stellt sich der einfache Bauer neben den Edeling und König.

Der Eingang spiegelt eine Art Rahmenvorgang wieder: Eintreten und Epmfang des Gastes. Der erste Teil lehrt weiter, wie man sich als Gast benehmen soll und was man vom Gastgeber verlangen darf. Im Mittelteil folgen dann in anschauungsreicher Sprache Regeln über die verschiedensten Lebenslagen. Der Schlussteil belehrt uns in steigendem Aufbau über den Wert der Lebensgüter, um in weihevollen Tönen auszuklingen.

Genzmer

(Quelle: Die Edda: Götterdichtung, Spruchweisheit und Heldengesänge der Germanen, Felix Genzmer)

Inhalt[]

  1. Teil: Das alte Sittengedicht
  2. Teil: Billings mey (Billungs Maid)
  3. Teil: Suttungs mey (Suttungs Maid)
  4. Teil: Loddfáfnismál (Loddfafnirs Lied)
  5. Teil: Rúnatal þáttr Óðinn (Odins Runenlied)
  6. Teil: Ljóðatal (Die Aufzählung Runenlieder)
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